Flut - Juli 2021
Eine Katastrophe im Herzen von Europa
AUSSTELLUNG IM EU-PARLAMENT - BRÜSSEL
14. bis 17. Oktober 2025
UNSERE KÜNSTLER
STELLEN SICH VOR
Hinter jeder Ausstellung stehen Menschen mit Ideen, Emotionen und Ausdruckskraft.
Lernen Sie hier die Künstler:innen kennen, die mit ihren Werken Erinnerung gestalten und Geschichten sichtbar machen.
Annett Baumgartner
Fotografin & Grafikdesignerin aus dem Westerwald
Annett Baumgartner bringt mit ihrer Kamera und ihrem Gespür für Gestaltung das Unsagbare ins Bild.
Nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 engagierte sie sich nicht nur als Helferin vor Ort, sondern auch mit dem Herzen hinter der Linse.
Mit zwei bewegenden Buchprojekten dokumentierte sie das Geschehen, die Folgen und die Menschen dahinter – und machte so nicht nur sichtbar, was geschehen war, sondern sammelte zugleich Spenden für die Betroffenen.
Ihre Arbeiten verbinden Mitgefühl mit Ausdruckskraft – als Beitrag zum Erinnern, Verstehen und solidarischen Handeln.
www.kleinelogowerkstatt.de
www.mit-einem-klick.de
www.annett-baumgartner.de
Matthias Bertram
Der Ahrtist und sein Atelier
Das helle Atelier, klein aber fein, unmittelbar an der Ahr
an einem alten Wehr bei Ahrweiler gelegen,
bietet vielfältige Möglichkeiten für künstlerisches Schaffen.
Mit dem Blick auf den am gegenüberliegenden Ahrufer beginnenden Wald und dem historischen Kloster Kalvarienberg bietet es neben dem Schaffen in den Innenräumen auch die Möglichkeit in freier Natur Impressionen direkt „Plein-Air“ auf die Leinwand zu bringen. Skulpturen aus Holz und Stein werden fester Bestand des Gartens sein, sobald dieser von den Flutschäden des Hochwassers gereinigt und wiederhergestellt ist.
Die bildende Kunst mit ihren Teilgebieten der Malerei, der Drucktechnik und der Bildhauerei bilden einen wesentlichen Teil der Aktivitäten, die im Atelier umgesetzt werden. Da verwundert es nicht, dass sich in vielen Werken eine enge Bindung der Künstlers zur Ahr, dem Ahrtal, der Landschaft, seinen Bewohnern und der Geschichte der Region widerspiegelt.
Jochen E. Diedenhofen
Jochen E. Diedenhofen, geboren 1960 in Koblenz, ist Künstler und Designer. Vor allem aber Bürger unserer Region. Wohnhaft in Lind.
Mit seiner verbindenden Art hat er für dieses besondere Projekt verschiedene Kreative der Region zusammengebracht, die sich auf individuelle Weise gemeinsam mit ihm für dieses besondere Projekt stark gemacht haben.
Das Konzept zu „DenkAHR“ stammt aus seiner Feder. Mit Verlusten hat er im Laufe seines Lebens vielschichtige Erfahrungen gemacht und unterschiedliche Formen des Ausdrucks gefunden: „Wir brauchen kreative Strategien in vielen Aspekten unseres Lebens, aber ganz besonders dann, wenn es darum geht, neue Wege oder Ideen zu finden. In dieser Nacht und den Monaten nach der Katastrophe habe ich, wie viele von uns, unbeschreibliche Dinge erlebt. Ich habe nach einer Form gesucht, die Raum gibt und gleichzeitig neue Türen öffnet. Die DenkAHR-Idee ist daraus entstanden.“
Am 14. und 15. Juli 2021 wurde das Ahrtal von einer Flutkatastrophe heimgesucht. Trotz Warnungen kam das Wasser plötzlich, heftig und unaufhaltsam. Es zerstörte Häuser, Straßen, Brücken – und forderte 135 Menschenleben. Viele wurden verletzt, Tausende traumatisiert.
Es war mehr als nur eine Naturkatastrophe. Es war ein alarmierender Beweis für die Folgen der Klimakrise, für Versagen in der Warnkette – und für den Irrglauben, dass so etwas hier nicht geschehen könne. Doch es geschah, mitten in Deutschland.
„5 vor 12“ ist keine Metapher mehr. Die Flut offenbarte unsere Verwundbarkeit – und die Notwendigkeit, politisch, ökologisch und gesellschaftlich zu handeln.
Es darf kein „Zu spät“ mehr geben. Dieses Ereignis darf niemals in Vergessenheit geraten.
Damit „Nie wieder“ nicht nur ein Wunsch bleibt. Denn 5 vor 12 ist jetzt.
Dennis Meseg
Kunst als Mahnung und Erinnerung
Margarete Gebauer
Künstlerin aus Bad Bodendorf
Margarete Gebauer, geboren 1947 in Bad Bodendorf, ist seit 1976 freischaffend in den Bereichen Plastik, Malerei, Objektkunst und Installation tätig. Neben zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland engagiert sie sich seit Jahrzehnten in sozialen und partizipativen Kunstprojekten, besonders mit Kindern und Jugendlichen.
Nach der Flutkatastrophe 2021 initiierte sie das Projekt „SCHENKE dem AHRTAL dein Wort“, das Worte der Hoffnung und Verbundenheit sammelte. Ihre Arbeiten wurden u. a. im Frauenmuseum Bonn und im Arp Museum Rolandseck gezeigt.
Für ihr gesellschaftliches Engagement erhielt sie u. a. den Frauenförderpreis der Galerie Kallenbach (1996) und den Kinder- und Jugendpreis Rheinland-Pfalz (2000). Werke von ihr befinden sich in öffentlichen Sammlungen, u. a. im Museum Bad Neuenahr-Ahrweiler und der Europäischen Akademie.
Peter Theobalt
Künstler aus Rehlingen-Siersburg
Helfer – Chronist – Mitgestalter des Gedenkens
Peter Theobalt aus Rehlingen-Siersburg war dem Ahrtal bereits vor der Flut eng verbunden. Nach der Katastrophe am 14./15. Juli 2021 stand für ihn sofort fest: Er muss helfen.
Gemeinsam mit seinem Sohn fuhr er erstmals am 23. Juli ins Tal – es blieb nicht bei dieser einen Fahrt. Über ein Jahr hinweg war er aktiv im Einsatz, transportierte Hilfsgüter, koordinierte Unterstützungsaktionen und organisierte Benefizveranstaltungen.
Mit großer Ausdauer und persönlichem Engagement setzte er sich für die Aufarbeitung der Flutnacht ein – insbesondere dafür, den Opfern Namen und Gesichter zu geben.
Die drei Gedenkkerzen, die Teil der Ausstellung sind, stehen symbolisch für dieses unermüdliche Engagement: Erinnerung bewahren, Menschlichkeit zeigen und Verantwortung übernehmen – auch Jahre nach der Flut.






